Motorradreisen Erfahrungen Motorrad-Reiseveranstalter

Die Kunst des Motorradreisens ...

"Benutze das Gesagte oder suche etwas besseres als dies"

Isokrates (436 - 338 v. Chr.)



Sind Sie einem Mitbewerber aufgesessen, unzufrieden gewesen und Sie sehen sich deshalb momentan auch auf unserer Homepage neu um? Nun, da kann man in der
Motorradreise-scene ja tatsächlich reichlich Fettnäpfchen finden, wie zahlreiche treue Neukunden unserer geführten Motorradtouren, die zu uns gewechselt sind, uns in den vergangenen 12 Jahren kopfschüttelnd weitererzählt haben. Zuerst einmal - mit Google finden Sie im gesamten deutschsprachigen Raum insgesamt ca. 940 Veranstalter von Motorradreisen und Motorrad-trainings - wenn Sie sich mal die Mühe machen möchten. Davon sind nach den Kriterien der Motorradjournale "Motorrad", "Tourenfahrer", "Reisemotorrad", "Töff" u.a. nur etwa 120 bis 150 Anbieter alljährlich aufgelistet. Darunter sind nur rund 20 groß genug, bekannt, etabliert und auch nach unserem Eindruck durchaus empfehlenswerte und seriöse Kollegen. Bevor Sie weiter unten unsere eigene Philosophie finden, vorab zuerst ein Überblick über Struktur und Motivation vieler unserer Mitbewerber auf dem Markt. Sie haben die freie Auswahl:

Buchen Sie bei einer Fahrschule, dann können Sie oft davon ausgehen, dass Motorrad-touren dort mangels Zeit und Engagement nicht besonders professionell geplant und durchgeführt werden können. Das erkennt man dann ja auch leicht daran, dass schon Homepage und Flyerblättchen (statt Jahreskatalog) keinen attraktiven Eindruck machen. Fahrlehrer sind ja auch auf Nachtfahrten und am Samstag mit Fahrschülern außer Haus und finden daher nicht die Zeit sich sieben Tage die Woche im Büro ausschließlich um Planung und Durchführung von geführten Motorradtouren zu kümmern, wie das haupt-berufliche Veranstalter tun. Viel zu wenig bekannt ist außerdem, dass "Fahrlehrer aller Klassen" nach der Fahrlehrerausbildungsordnung als Voraussetzung hierfür mindestens zwei Jahre lang LKW gefahren sein müssen, was sich nur als ehemaliger LKW-Fahrer oder Berufssoldat realisieren läßt. Andernfalls ist eine Ausbildung zum "Fahrlehrer aller Klassen" nicht möglich. Für diese Karrieren braucht man keine mittlere Reife und keine Fremdsprachenkenntnisse. Sie weist auch keine besondere Landeskunde nach. Dass Fahrschulen zudem gerne und gerade ja auch ihre ehemaligen Motorradfahrschüler mit auf Touren nehmen ist doch klar. Leider beeinträchtigen der Fahrstil und die erhöhte Unfallgefahr von Fahranfängern dann auch noch den Tourenspaß bei solchen Zubrot-Veranstaltern. Wenn der Inhaber dann endlich auch mal wenige Tage im Jahr selbst wieder zum Motorradfahren kommt, dann muß er schon sehr charakterfest sein. Andernfalls überfordert er durch seine ja überdurchschnittlich gute Fahrzeugbeherr-schung seine Kunden. Viele Fahrschulen lassen es daher nach wenigen Jahren verant-wortungsbewußt wieder bleiben, weil ihr guter Ruf darunter leidet, wenn Eltern ihre mitfahrenden Söhne und Töchter im Rollstuhl wiederfinden. Hartnäckige Fälle natürlich ausgenommen, denen sogar über Jahrzehnte hinweg ihr Ruf egal ist - Hauptsache "Mopped fahren", selbst wenn man die Preise so lange senken muß, bis endlich Schnäppchenjäger anbeißen, denen Preis vor Qualität geht.

Buchen Sie bei einem der Großen Trainingsveranstalter, dann können Sie oft davon ausgehen, dass viele angeblich "qualifizierten Instruktoren" oft nur einen hausinternen, wenige Tage umfassenden Crash-Kurs irgend eines "Bundesverbandes oder Vereins e.V." mit klingenden und bekannten Namen zum Zwecke des Auswendiglernens der Fahrübungen hinter sich haben - nicht aber das Staatsexamen vor dem zuständigen Regierungspräsidium bestanden haben müssen, das nur staatlich anerkannte Motorrad-fahrlehrer nachweisen können. Da hilft dann auch nicht, dass die wenigsten Polizisten Fahrlehrer, sondern Strafverfolgungsbeamte sind. Von einer akademischen Befugnis Fahrlehrer ausbilden, unterrichten und prüfen zu dürfen ganz zu schweigen. Dass Sie trotz der oft recht hohen Teilnahmegebühren tatsächlich gar nicht von einem echten Motorradfahrlehrer kompetent geschult worden sind, sondern einfach von einem anderen Motorradfahrer, der sich auf entsprechende Annoncen beworben hat, ist in diesen Fällen der gerne verschwiegene Mangel. Anders ist der Ansturm bei den ganz großen Massen-veranstaltern von Trainings aber ja auch gar nicht zu bewältigen.

Buchen Sie bei einem privaten Motorradstammtisch, dann können Sie davon ausgehen, dass es dort oft mehrere Alphatiere gibt und auf Tour täglich ausgekämpft werden muß, wohin es heute planlos gehen soll. Der Eine will den ganzen Tag nur fahren, der Andere auch mal was besichtigen, der Dritte weigert sich bei Regen weiterzufahren und will im Hotel bleiben, der Vierte kommt mit Restalkohol sowieso vor 11 Uhr nicht aus dem Bett, und der Fünfte sagt trotz vorbestellter Zimmer erst am Vortag der Abreise knapp wieder ab, weil er beinahe den 60. Geburtstag seiner Schwiegermutter vergessen hätte. Sagen-hafter Chaos ist bei solchen "Tourenfahrern" also häufig die Folge, wenn sich keiner klar als Chef der Clique durchsetzen konnte.

Buchen Sie bei einem Motorradclub oder Verein, dann können Sie davon ausgehen, dass solidarisch eine lustige und bunte Truppe von 125er Enduros, 200er Rollern, Oldtimern mit Beiwagen, Trikes mit Anhänger und 535 Virago Choppern mitgenommen wird und gemeinsam auf Motorradtour geht. Dass Sie auf Ihrer BMW Tourenmaschine in bittere Tränen ausbrechen werden, weil Sie dauernd Bussen nachfahren, Tankstellen suchen, ständig Cafepausen machen dürfen und abends dann auf dem Jahrestreffen befreundeter Motorradclubs statt eines Hotels lediglich eine Ferienwohnung mit Selbst-versorgung, eine Hütte, ein Bierzelt oder einen Campingplatz vorfinden, ist dann oft die hoffenlich doch nicht etwa unerwartete Folge.

Buchen Sie selbst direkt ein festes Motorradhotel, dann können Sie davon ausgehen, dass Sie anstelle einer interessanten Rundreise durch's Reiseland bei beschränktem Tagesradius in der Zielregion festsitzen. Erfahrungsgemäß kämpfen solche designierten "Motorradhotels" oft aufgrund veralteter Ausstattung inzwischen verzweifelt um Gäste. Anspruchslose Motorradfahrer sind dann der Versuch um letzte Rettung vor dem finan-ziellen Ruin und Verfall des Hauses. Dort treffen Sie dann auch obige Motorradstamm-tische und Motorradclubs wieder. Diese kennen oft keine anderen Hotels, weil nur diese in Motorradjournalen bequem als deutschsprachige Heftchen beigefügt sind.

Buchen Sie bei einem Motorradhändler, dann können Sie davon ausgehen, dass Sie sich üblicherweise Offroad, auf Schotterpässen oder auf der Rennstrecke überfordern lassen, und möglichst oft Ihre Maschine wegwerfen sollen, damit die Werkstatt floriert und außer Wartungsarbeiten reichlich teuere Reparaturen in Rechnung gestellt werden können. Bei Rahmen- oder Totalschäden winkt der Verkauf von Neumotorrädern. Neuer Helm und Kombi kommen dazu. Dass Sie dabei auch noch glauben am schweren Sturz selber schuld zu sein, weil Sie eben nicht so gut fahren können wie der rasant voraus-fahrende Händler mit seinen vielen Pokalen im Büro, das ist dabei noch das kleinere Übel. Pikant wird das ganze, wenn solche Händler dann auch noch Motorradtrainings anbieten, ohne selbst sachkundige, staatlich geprüfte Motorradfahrlehrer zu sein. Eine kaufmännisch denkende Werkstatt bezweckt damit natürlich vor allem den Angriff auf Ihren Geldbeutel - Ihre Knochen sind nicht so wichtig.

Auch in die Jahre gekommene Omnibusreisebüros mit Kundenschwund versuchen sich inzwischen als Motorrad-Reiseveranstalter und bieten Ihnen auf Autobahnen und Schnellstraßen den LKW-Charme einer Fernfahreridylle mit Betonhotel und Kantinen-essen. Billiganbieter werden Riesengruppen mit 70 oder 90 Motorrädern pro Tour auf viel zu langen, busüblichen Tagesetappen mitnehmen - zahlreiche Pannen der ungepflegten Maschinen kaufkraftschwacher Mitkunden inklusive - weil sich sonst die optionierten Zimmerkontingente nicht füllen lassen und sich die Dumpingpreise ja anders auch gar nicht rechnen. Bei mir haben sich sogar schon Tourguides solcher Busveranstalter beworben, die dort verzweifelt davon gelaufen sind. Das allein reicht aber natürlich nicht aus, um bei uns Tourguide zu werden.

Oder angeblich weltweit Top oder Nummer 1 Anbieter, die sage und schreibe nicht nur Mondpreise verlangen, sondern schon jetzt in ihrem Jahreskatalog ernsthaft bis 2040 auf dem Mond Motorradtouren anbieten wollen - im Vakuum ohne Sauerstoff für Verbren-nungsmotoren wohlgemerkt. Wie teuer soll das denn werden - 25 Mio US-$ für 3 Tage auf einem Elektromotorrad und bei einer Zeitlupen-Beschleunigung von einem Sechstel im Vergleich zur Erde, oder was? Und überhaupt - wenn der Tourguide auf einer aller-neuesten BMW GS 1200 Adventure Super Edition seine Reisegäste wieder zurück auf der Erde führt, die selbst nur preiswertere Maschinen besitzen und sich die Mondpreise vom Monatsgehalt absparen mußten, dann ist das nicht nur arrogant, wie ich meine, sondern die Tour ist dann ganz klar auch einfach eben viel zu teuer. Der Tour-guide muß nicht die teuerste Maschine von allen haben. Ich meine der Reichste in der Reisegruppe hat stets bittesehr der geschätzte Reisegast zu sein, und nicht der Veranstalter, der seine Gäste wohl als Alpen-Milchkühe betrachtet und dem ein dienen-der Sinn besser ins Gesicht stünde als eine solche Protzerei und Abzockerei.

Und dann gibt es die Heizer und Geheimniskrämer unter den Veranstaltern, die ausgeteilte Roadbooks auf nicht kopierfähigem Folienpapier jeden Abend wieder ein-sammeln, damit niemand die Tour nachfahren kann, der nicht gebucht hat. Sich die Strecke merken können Sie dabei auch nicht, weil Sie mit 80 km/h durch geschlossene Ortschaften und mit 150 km/h über Landstraßen gehetzt werden. Die Knöllchen brauchen Sie ja auch erst nach der Tour zu bezahlen. Ab September 2010 werden übrigens Fahrverbote und Bußgelder über 70 Euro EU-weit vollstreckt !  "Action" statt Verantwortungssinn und Mitkunden, die doch tatsächlich unverfrohren erzählen, dass sie alleine vorausheizen und Rasten kratzen wollen und nur deshalb organisiert gebucht haben, damit wer dabei ist, der im Fall des Falles den Notarzt holen kann und das Sturzmotorrad wieder mit nach Hause bringt.

Buchen Sie bei einem obskuren Motorradreiseveranstalter, dann müssen Sie ebenfalls mit oft richtigen Mängeln rechnen. Ihr Tourguide könnte bekennender "Hells Angels" und außerdem Boxer, Ringer oder Zuhälter sein. Dann bringt er wohl gar keine motorrad- oder landesspezifischen Qualifikationen mit - ja nicht einmal Fremdsprachenkenntnisse. Ein qualifizierter und attraktiver Motorradreiseveranstalter sollte doch wohl sicher Reise-verkehrskaufmann, Motorradfahrlehrer, Reiseleiter, Dozent, Motorradmechanikermeister oder irgend etwas in der Art sein, aber doch nicht Eigentümer einer Biker-Kneipe oder eines Fitnesstudios, meinen Sie nicht auch ?

Buchen Sie bei einem Motorrad Führerscheinbesitzer, dann kommen Sie ins Grübeln was denn eigentlich sonst noch geboten wird, als dass der Veranstalter einen Führer-schein für sein Motorrad besitzt? Eine Homepage. Jeder kann heute eine Homepage basteln, und schon ist er auf dem Markt. Ok, die Homepage ist besonders schön gewesen, denn es sind auch Werbegraphiker darunter. Welche nachweisbare Fach-kunde beliebige Motorradfahrer, die nun Reiseveranstalter werden wollen, etwa über "Motorradtrainings" oder über "Geographie", "Geschichte" und "Sehenswürdigkeiten" eines Reiselandes mitbringen möchten, das ist nicht nur mir völlig rätselhaft. Soso, er hat sich das alles selber beigebracht. Na sowas. Es reicht eben nicht aus vor einer Tour lediglich sein Navi zu programmieren, im angebotenen Reiseland aber zuvor noch nicht einmal je selbst gewesen zu sein, damit er da endlich auch mal preisgünstig hinkommt. Sie fahren dann auf verkehrsreichen Bundesstraßen nach Navi von einem Motorradhotel zum nächsten Motorradhotel. Das ist alles ?

Und so kommen und gehen ständig neue Veranstalter auf den Motorradreisemarkt. Diese aber bringen mangels Erfahrung, Fachkunde und Kundschaft notwendige Mindest-teilnehmerzahlen Jahr für Jahr nicht zusammen, sagen gebuchte Reisen wieder ab, oder fahren sie mit Verlust trotzdem. Nach wenigen Jahren sperren sie nach Konkurs wieder zu - spätestens aber, sobald das Finanzamt auf "Liebhaberei" erkennt und sämtliche Steuererstattungen (ESt., USt.) auf einen Schlag wieder zurückfordert und vollstreckt. Hoffentlich war der Veranstalter dann pflichtgemäß nach § 651k BGB gegen Insolvenz versichert, sonst ist auch noch Ihr Reisepreis verloren und Sie sind einem der illegalen Motorradreiseanbieter aufgesessen - das gibt's ja auch. Oh mei, ich geb's auf weiter zu erzählen, was unsere Neukunden anderswo bisher so alles erdulden mußten und uns natürlich weitererzählt haben ...

Aber das alles merken Sie ja erst, wenn es bereits zu spät ist und Sie Ihren Urlaub schon ruiniert haben. Und so sind erfahrungsgemäß inzwischen 99,8 % aller willkürlich ange-schriebenen Motorradfahrer nicht mehr an geführten Motorradreisen interessiert. Auf Messen laufen 99 von 100 Besuchern an Motorradreiseständen uninteressiert vorbei. Ich kann's ihnen auch gar nicht verdenken - bei dieser bizarren Szene. Wir aber jedenfalls legen im folgenden offen, wie unsere eigenen Motorradtouren aussehen. Dann wissen Sie schon jetzt vorab, was Sie seit 12 Jahren bei Global Adventure Tours von Dr. Stefan Slovik und seinem Team erwarten dürfen und auch bekommen werden, nämlich maximale (!) Teilnehmer-zahlen, richtig nette Leute, kompetente Qualität, traumhaft schöne Urlaubsreisen und einen angemessenen Preis - wie bei rund 20 unserer durchaus ebenfalls attraktiven und tüchtigen Mitbewerber auch - unter leider rund 920 schwarzen Schafen. Super also, dass Sie uns gefunden haben. Man fühlt sich schier wie auf der Suche nach einem seriösen Schlüssel-dienst. Ihre Chance war nur 20 : (920+20) = 2,1 % - Treffer also und herzlich willkommen auf unserer Homepage, die Sie sofort in die Liste Ihrer "Favoriten" kopieren sollten ;-)

Hier finden Sie in lockerer und willkürlicher Abfolge zahlreiche Tipps, Tricks, viele Erfahrungs-werte und feed-back zur profes-sionellen Durchführung geführ-ter Motorradreisen aus unserer tag-täglichen, 12-jährigen Praxis als Motorrad-Reiseveranstalter. Sie werden staunen, wie viel Know-how und Detailwissen wir als Veranstalter bzw. Tourguide wissen und beachten müssen, damit Sie sich zufrieden zurück-lehnen und uns im Schlaf ver-trauen können, denn wenn Sie diese Liste lesen, dann sehen Sie auch gleich in allen Details, wie unsere Motorradtouren organisatorisch denn so ablaufen. Wir haben übrigens kein Problem damit, diese Fachkunde hier öffentlich preiszugeben, denn ohnehin nur die großen Motorradreiseveranstalter kümmern sich für Ihre Motorradferien kompetent darum.



Wie vertrauenswürdig das Internetangebot eines Motorrad-Reiseveranstalters ist, können Sie an der Detailfreude und dem Fleiß, mit dem Homepage und Katalog des Motorrad Reiseveranstalters zusammengestellt ist, sehen. Achten Sie auf Übersichtlichkeit, Fehler-freiheit und Charme, denn genau so gewissenhaft und fehlerfrei - bzw. chaotisch, lieblos und mangelhaft wird er dann ja wohl auch seine geführten Motorradreisen und Fahrsicherheits-trainings organisieren und durchführen. Wetten, daß ich recht habe? Seriöse Reisegäste und keinen "Tourgiud", der nicht mal weiß, dass er korrekt ein "Tourguide" sein möchte, werden Sie sicher erwarten. Und ein besseres Hotel als dieses - kein Witz, das ist bezeugt ein Hotel, das ein "preiswerter" Motorradreiseveranstalter, den wir hier besser nicht nennen, für seine Reisegruppe zwei Nächte lang gebucht hat - wünschen Sie sich doch ganz bestimmt auch ... Ich bedanke mich grinsend für dieses Photo vom Hinterhof dieses Hotels. Eine richtig gute Idee ist daher im Gästebuch Emails an bisherige Reisekunden zu schicken und nachzufragen, ob der Eintrag denn auch "echt" ist, falls für Sie ein Motorrad Reiseveran-stalter in die engere Wahl kommt und Sie sich vor Ihrer ersten Buchung noch weiter absichern möchten, oder wenn Sie schon schlechte Erfahrungen mit einem Motorrad-Reiseveranstalter gemacht hatten und daher nun vorsichtig geworden sind. Unsere eigene Philosophie ist die folgende:

Meistens wird auf Motorradreisen viel zu viel Gepäck mitgenom-men. Bleiben Sie wendig und beschränken Sie sich auf ein Minimum. Schmuck und teuere Kosmetik bleiben am besten zu Hause. Nützliche Tipps und eine vollständige Packliste be-kommen Kunden mit der Buchungsbestätigung, damit sie / er auch nichts vergißt. Ein Gast von uns hat sich unterwegs z.B. Socken kaufen müssen: er hatte keinen einzigen auf seiner Motorradtour dabei - sonst hatte er alles.

Eine Liste mit den üblichen  Gruppenregeln  für Motorradreisen wird gleich zusammen mit der Buchungsbestätigung versandt. Von Anfang an soll ja alles in den Motorradferien klappen. Später liest sie ja doch keiner mehr unterwegs noch durch. Sonst klappt es schon von Anfang an nicht und jeder tritt aus dem gemeinsamen Takt ...

Vor der Abreise kümmern sich alle Teilnehmer der Motorrad-reise um einen Werkstatt-Termin für ihr Motorrad. Meistens werden vor allem neue Tourenreifen mit großer Reichweite erforderlich sein. In neue Reifen fährt man sich auch nicht so leicht einen Nagel hinein. Gegebenenfalls sind auch die Bremsbeläge schon runter und auch der letzte Ölwechsel längst überfällig usw. Gerade in den gemeinsamen Motorradferien ist doch eine Panne - und dann auch noch sehenden Auges - ganz besonders unangenehm, natürlich auch für die mitreisenden Gäste. Daß also unbedingt gerade die Maschine des Tourguides selbst möglichst pannenfrei bleibt, muß selbstverständlich sein.

Gerade im Ausland führen nur wenige Tankstellen Motoröl, Kettenspray usw. Diese Stoffe also unbedingt selbst zur Motorradreise mitbringen, sonst unterbrechen vorwiegend BMW-Fahrer den Tourverlauf und bitten die Gruppe dringend um Suche nach Öl, und Joghurt-becher suchen Kettenfett. Die Gruppe wird natürlich zur Not aushelfen und teilen, was sie so alles dabei hat, aber das ist ja nur die zweitbeste Lösung.

Der  Tourguide  arbeitet  den  Streckenverlauf  der  Motorradtour vorab in allen Details aus. Im Regelfall muß er ihn auswendig können und vorab schon gefahren sein, damit er sich nicht dauernd verfährt, umkehren muß, am Navi herumspielt, lästige Umwege macht, in Straßenkarten blättert, ständig nach dem Weg fragen muß und die Gruppe ständig warten läßt. In der Fremde herumirren kann der Reisegast ja auch ohne einen Tourguide ganz alleine. Bietet ein Reisegast dem Tourguide Hilfe an, dann ist das zwar lieb, meistens zeigt dann aber die Gruppe zu Recht ihren Unwillen ...

Vor  der  Abreise bekommen für  ihre  Motorradferien  alle Reisegäste schriftliche Reiseunterlagen. Diese umfas-sen mindestens die Handynummer des Tourguides, eine Liste aller Reiseteilnehmer und eine Liste aller Hotels (Adressen, Telefon). Sollte jemand von der Reisegruppe getrennt werden, so findet er diese spätestens am selben Abend wieder. Ätsch.

Morgendliche Abfahrt vom Hotel ist am besten pünktlich um 9:00 Uhr früh. Der Rhythmus 7:00 Uhr Aufstehen (Wecker mitnehmen!) und Motorrad packen, 8:00 Uhr Frühstück und Bezahlen, 9:00 Uhr Briefing und Abfahrt hat sich sehr bewährt. Niemand möchte in seinen Motorradferien schon um 6:00 Uhr aufstehen oder - schon ganz neugierig auf den neuen Reisetag - bis um 10:00 Uhr noch im alten Hotel herumhängen müssen, bis es losgeht.

Abendliche Ankunft im Hotel ist am besten vor ca. 18:00 Uhr. Der Rhythmus 18:00 Uhr Ankunft, 20:00 Uhr Abendessen hat sich sehr bewährt. Die Gäste möchten zwei Stunden Zeit haben zum Aus-packen, Motorradpflege, Duschen, ein paar Wäsche-stücke auswaschen, aufhängen und sich umziehen. Vor dem Abendessen sitzen wir gerne noch auf der Terrasse bei einem Bier in der Abendsonne bei-sammen und genießen unsere Motorradreisen.

Vor oder nach dem Abendessen gehen wir vom Hotel aus in der Gruppe zu Fuß in den Ort hinein. Auch auf diesem abendlichen Spaziergang werden gerne noch Photos gemacht.

Kurz vor der Abfahrt um 9:00 Uhr findet mündlich ein Briefing statt. Der Tourguide faßt also den Tagesverlauf zusammen, den er selbst exakt schon kennt (Tanken, Mittagessen, Café, Photopausen, Besichtigungen usw.). Ausprobieren und "schaun wir mal" gilt nicht. Und das Blaue vom Himmel versprechen ist auch nicht gut. Was besprochen ist, wird auch gemacht. Darauf kann sich der Gast verlassen.

In der Motorradreisegruppe ist Pünktlichkeit Pflicht. Wer zu spät kommt, wird von der Gruppe zu Recht angeknurrt. Der Tourguide ist natürlich ganz besonders pünktlich.

Tagsüber trinkt unterwegs am besten niemand Alkohol, auch nicht in geringen Mengen, und am Abend höchstens so viel, daß ihn alle bis zum Morgen wieder komplett abgebaut haben. Ins Bett gehen wir vor 24 Uhr. Auf unseren Motorradtouren klappt dies übrigens hervorragend. Niemand hat Lust ein betrunkenes Gruppenmitglied morgens zuerst wecken und dann warten zu müssen, bis er wieder fahrtüchtig wird. Der Tourguide trinkt am besten kaum etwas und im Orient sogar besser gar nichts. Ups, ist der arabische Polizist aber riesig ...

Das abendliche  Zusammensein wird durch lebhafte Gespäche in netter Runde ganz von selbst witzig und geistreich. Glücksfälle sind die in der Gruppe ohnehin fast immer vorhandenen Spaßmacher(innen) und Sunny-Boys(Girls). Auch der Tourguide sorgt natürlich selbst für eine heitere Atmosphäre mit Niveau auf seinen Motorradreisen.

Als Tourguides eignen sich nur geistreiche, rücksichtsvolle und weltoffene Motorradfahrer mit Verantwortungsgefühl, Erfahrung und sonnigem Gemüt. Bei ihrer Auswahl hat der Veranstalter eine ganz besondere Sorgfaltspflicht. Die Gruppe murrt auf Motorradreisen zu Recht, wenn sich der Tourguide betrinkt, ver-schläft, danach um die verlorene Zeit wieder zu gewinnen, seiner Gruppe ständig davonrast, sie dann prompt auch verliert, sie nun wieder suchen muß, aber nicht mehr alle findet, dann keine Zeit mehr für Photopausen hat, die Mittagspause ausfallen läßt und zum Schluß - sagen wir mal so gegen 19:30 Uhr im einsetzenden Nieselregen - unter Zeitnot noch eine Abkürzung über eine schlammige Schotterstrecke zum Hotel kennt, damit man wenigstens zum Abendessen - vollgesaut und naß, ohne Umziehen und ohne Duschen natürlich - gerade so noch pünktlich kommt oder wahlweise Wurstbrote haben kann, oder was nicht sonst noch alles der hier zu Recht verärgerte, zahlende Reisegast kritisieren würde. Dann wird er auch noch ungeduldig vom Tourguide angemotzt, er solle sich nicht so mädchenhaft anstellen, die Schotterstrecke nach völliger Übermüdung der Gruppe wäre doch zum Schluß noch so richtig "geil" gewesen. Wir sagen kopfschüttelnd nur eines: fristlos entlassen und vor solchen Motorradreiseveranstaltern abraten.

Ein guter Tourguide wird seine Kundschaft unterwegs in den gemeinsamen Motorradferien zwar nie verlieren, doch ist es ratsam wenn alle Reisegäste ihr persönliches Handy und Ladegerät mit dabei haben. Im Ausland Adapterstecker nicht vergessen, den hat nämlich nicht jeder Hotelier vor Ort zum Verleih.

Viele Veranstalter teilen vorab Roadbooks oder Wegbeschreibungen aus, damit der Gast sich schon zu Hause auf die Motorradtouren vorberei-ten, sein Navigationsgerät programmieren und den Tourguide "kontrollieren" kann - wenn er dies möch-te. Die meisten Gäste wollen aber "richtige" Motor-radferien machen, abschalten und sich um gar nichts mehr selbst kümmern müssen - auch nicht um die Routen der geführten Motorradtouren.

Vollständige    Reiseunterlagen    umfaßen auch ein Heftchen mit einem illustrierten Tagesprogramm für alle Reisetage, so wie man es von großen Busreiseveranstaltern oder Kreuzfahrtschiffen kennt, damit der Gast etwas Reiselektüre exakt über die ge-führte Motorradreise besitzt mit Information über Geschichte, Geographie und über alle besuchten Sehenswürdigkeiten. Anhand dieses Tagesprogrammes kann man zu Hause dann ja auch seine Photos besser identifizieren und sich viel intensiver an seine Motorradtouren erinnern, was er denn so alles gesehen und erlebt hat. Leider führt heute ja kaum noch jemand selbst ein Tagebuch. Dann wird ihm eben ein fertiges vom Motorradrreiseveranstalter geschrieben.

Eine nette  Idee ist  auch  der  Bildertausch nach dem Ende der Motorradreisen. Wer möchte, der tauscht privat mit allen übrigen Interessenten die Anschriften oder email-Adressen aus, um sich gegenseitig die besten Photos zuzuschicken. Vielfach stim-men sich diese Reisebekanntschaften dann auch zeitlich ab und buchen die näch-ste Tour beim Motorradreiseveranstalter gemeinsam. So weiß die Clique sicher vor-ab, dass wieder ganz besonders nette Motorradfreunde mit dabei sein werden. So entsteht ja übrigens auch ein begeisterter Kreis von treuen Stammkunden für geführte Motorradreisen, wie bei uns auch.

Da man unterwegs oft nur schwer oder nur sehr teuer passende Photobatterien, Speicher-chips und Diafilme bekommt, sollte man einen Satz frischer Batterien und ausreichend viel Speicherplatz bzw. Filmrollen unbedingt mit auf die Motorradtouren nehmen. Man kann ohne-hin nur selten genau in dem Moment Ersatz kaufen, wo er mitten in der Photopause kurz-fristig nötig wird.

Wenn nicht der Motorradreiseveranstalter schon im Inklusiv-paket auch Straßenkarten verteilt, dann sollte man sich diese selbst und zwar am besten im Maßstab 1:200.000 besorgen und mit auf die Motorradtouren nehmen. Auf größeren Maß-stäben sind die gefahrenen kleinen Sträßchen oft nicht drauf. Bei kleineren Maßstäben verzettelt man sich zu leicht in all den Details von Schotterpfaden, Wanderwegen und Almhütten, und besitzt dann einen unübersichtlichen Kilohaufen von Straßen-karten. Der Tourguide zeichnet gerne mit seinem bunten Text-marker, den er für solche Fälle natürlich dabei hat, allen Reise-gästen die gefahrenen Motorradtouren in ihre Karten ein - am besten am Abend. Ob Soll und Ist dann noch übereinstimmen?

Ob man unbedingt Proviant mitnehmen sollte, muß jeder selbst wissen, aber normalerweise wird er unnötig sein, denn wenn spätestens alle 2 Stunden eine Pause dort gemacht wird, wo man auf Motorradreisen auch etwas kaufen kann (Kiosk, Paßhöhe, Terrassencafe etc.), und nicht irgendwo im Wald, dann ist man unterwegs ohnehin vor Ort gut versorgt. Auch große Tankstellen verkaufen ja Ge-tränke, Zigaretten und Eßbares. Die meisten Gäste haben daher auch keinen Proviant dabei, denn Obst wird weich, Getränke werden lau und Brötchen fade oder hart. Essen Sie doch im Urlaub lieber das, was sich im Motorradurlaub vor Ort an lokalen Spezialitäten findet.

Die Mitnahme einer Sonnenbrille und für Brillenträger einer Zweitbrille bzw. eines Kontakt-linsen-Sets ist ratsam, nicht nur weil sie insbesondere in Ländern wie der Schweiz auch Pflicht sind. Achtung auf Tunnelstrecken bei Sonne. Hier sind Sonnenbrillen gefährlich.

In südlichen Ländern fährt man auch mal länger mit offenem Visier, insbesondere bei geringeren Geschwindigkeiten z.B. innerorts, weil im Süden die Luft tagsüber oft erstaunlich frei von Insekten ist. Da die Nase aus dem Helm am weitesten "herausschaut" also gute Sonnencreme für den Riecher nicht vergessen! Bitte die Pausen der Motorradreisen zur Helm- und Brillenpflege nutzen!

Einer für alle, alle für einen - bei Motorradreisen liegt der Hauptaspekt immer beim Motorradfahren: "Der Weg ist das Ziel". Zurecht wird gemurrt, wenn man auf Motorradtouren täglich die meiste Zeit in Cafe-pausen herumsitzt statt zu fahren, worauf sich der Gast aber ja schon lange sehnsüchtig gefreut hat. Motorradfahren, nicht Motorrad anschauen ist die Devise. Eine Stunde Landstraße kostet ca. 20,- Euro reine Fahrzeugkosten, 1 Stunde Pause bei einem Cappuccino vielleicht nur ca. 4,- Euro. Macht 16,- Euro gespart. Hier darf der Motorradreiseveran-stalter aber seine eigenen Fahrzeugkosten nicht scheuen, sondern er muß seinen Gästen das Zielland auch intensiv zeigen. Andernfalls ist er zu sehr Kaufmann und bietet unsolidarisch nicht genug Motorradferien für's Geld. Und überhaupt, auf den geführten Motorradtouren sind wir eine große Familie, wir gehören zusammen, wir verzeihen uns gegenseitig unsere Schwächen und wir helfen uns gegenseitig. Egoismus ist im Motorradurlaub tabu.

Das Tagespensum für einen genüßlichen Motorrad-reisetag beträgt optimal 250 - 350 km, was einer reinen Fahrzeit von etwa 6 Stunden plus Pausen entspricht. Mehr schafft man auf Landstraßen nicht, weil sonst der Langsamste in der Gruppe Stress bekommt. Fährt man weniger, wird es langweilig. Fährt man längere Etappen, müssen Pausen verkürzt oder gestrichen werden, wenn man nicht auch noch erst viel zu spät im Hotel ankommen möchte. Oder die Abfahrt zu den Motorradtouren muß morgens vorverlegt werden. Dann aber wird ein Frühaufsteher-Urlaub daraus statt schöne Motorradferien.

Für die Streckenplanung haben sich folgende Durchschnittsgeschwindigkeiten als zuver-lässig erwiesen. Auf "normalen Landstraßen" schafft man im Schnitt nur unter 60 km/h - in den Ortschaften unterwegs ja nur ca. 50 km/h oder es ist mal wo Rot (0 km/h) etc. Auf der Autobahn schafft eine Motorradreisen-Gruppe im Schnitt nur 100 km/h: fährt man Richtge-schwindigkeit 130 km/h unterwegs, dann sinkt wegen nötiger Tankpausen der Schnitt sogar um 30 km/h ab auf nur noch ca. 100 km/h.

Und jetzt verdiene ich mir hier den Nobelpreis für Physik: also der Zeitbedarf auf kurven-reichen Strecken läßt sich wie folgt schätzen. Das Verhältnis von Kreisumfang zu Kreis-durchmesser ist pi, der halbe Kreisumfang ist also pi/2 mal so lang als der Kreisdurchmes-ser und somit ist eine kurvenreiche Strecke mindestens grob ca. pi/2 = 3,14/2 = ca. 1,6 mal länger als die Luftlinie auf einer Straßenkarte. Dazu kommt, daß die Fliehkraft F = m v2 / r eines Motorrades in Schräglage mit dem Quadrat der Geschwindigkeit v wächst, daß man also bei gleicher Schräglage bzw. Fliehkraft F für alle Kurvenradien r nur Wurzel von 2 mal so schnell fahren kann, also nur ca. 1,4 mal so schnell ist, denn die meisten Gäste von Motorradreisen werden im Motorradurlaub freiwillig nie ihre persönliche Maximalschräglage steigern, die sie auch sonst höchstens fahren. Die Gruppe fährt auf kurvenreichen Strecken also ca. 1,6 mal längere Wege und fährt zudem um den Faktor 1,4 mal langsamer. Das macht zusammen einen Verlangsamungsfaktor von 1,6 mal 1,4 = 2,2. Eine Motorradreisen-Gruppe wird im kurvenreichen Gebirge also mindestens 2,2 mal langsamer sein als auf "normalen" Landstraßen, wo man ca. 60 km/h Strecke pro Fahrstunde schaffen kann. Da 60/2,2 = 28 km/h ergibt, muß man für die Reiseplanung eisern davon ausgehen, daß man allerhöchstens nur halb so viel Luftlinie pro Tag auf der Straßenkarte schafft, als auf "normalen" Landstraßen im Flachland, wenn die Anzahl und Länge von Pausen pro Tag die selbe bleiben soll wie auf normalen Landstraßen auch sonst. Da Kurvenfahren aber zudem mehr anstrengt, wird die Anzahl von Pausen aber eher noch steigen als sinken müssen, um die Gruppe nicht zu ermüden oder zu überfordern. Die hier berechneten knapp 30 km/h entsprechen übrigens auch der praktischen Erfahrung. Verschlimmert aber wird dieser Wert noch dadurch, dass man auf kurvenreichen Strecken Bummler nicht gut überholen kann. Schließlich muß die ganze Motorradreisen-Gruppe nach und nach überholen können, bis alle wieder da sind, und das kostet richtig viel Zeit. Also sind verkehrsarme Kurvenstrecken auszuwählen, und das sind eben die kleinen "gelben" und "weißen" Sträßchen auf der Landkarte. Wer im Gebirge also einen kurvenreichen und schönen Reisetag organisiert, darf maximal nur von der halben Streckenleistung pro Tag ausgehen, die man auf dem flachen Lande im Grünen schafft, oder Pausen müßten ausfallen und man kommt trotzdem viel zu spät im Hotel an. Die Motorradreisen-Gruppe wird murren, dass keine Zeit zum Photographieren war und man vor lauter Raserei auch keine Zeit hatte etwas von der Landschaft zu sehen. Zudem wird auch das Abendessen viel zu knapp, um sich vorher noch umziehen zu können. Uff, schlecht geplant - ein schlechter Motorradreiseveranstalter also.

Erlaubte Höchstgeschwindigkeiten sollten bei Motorradreisen in der Gruppe einigermaßen einge-halten werden, auch wenn es zwischendurch mal "Spaß" machen wird - ich hab nichts gesagt! Das Problem ist nämlich, dass z.B. in der Schweiz intensiv gelasert wird und die Bußgelder dort gewaltig sind, dass etwa in Norwegen Raser des Landes verwiesen und die Sünder zuvor vom Motorrad herunter inhaftiert werden können, dass in Bayern seit neuestem das Motorrad für 2 Tage beschlagnahmt und kostenpflichtig abgeschleppt werden darf und dass man bekanntlich in Österreich und der Schweiz überall belauert wird, wo man mautpflichtige Strecken kostenfrei umfahren kann. Auch in Italien gehen die guten Zeiten langsam vorüber, weil auch dort die Behörden über Spitzen-werte verunglückter Motorradfahrer stöhnen: ein-händig fahren und fahren ohne Helm kann zur Beschlagnahme des Motorrades führen. Diese Liste läßt sich fortsetzen. Besonders nett wird es, wenn der Tourguide nicht erwischt wird, aber zu schnelle Aufholer aus der Motorradreisen-Gruppe Knöllchen bezahlen müssen, weil vorne in der Reisegruppe immer wer abreißen ließ oder der Tourguide von Hause aus auch selbst immer zu schnell war. Dann ist Riesenärger vorprogrammiert. Richtig schnell ist man halt wirklich nur alleine unterwegs. Eine Fahrschule in Kitzingen verzichtet übrigens inzwischen auf Veranstaltung eigener Motorradtouren wieder, weil jedesmal schwere Unfälle Folge der Raserei der Gruppe waren, die eine Gruppe in gemeinsamen Motorradferien eben dauerhaft nicht leisten kann. Je weiter hinten jemand in der Gruppe fährt, desto höhere Spitzenge-schwindigkeiten wird er fahren müssen. Es ist Pflicht des Tourguides dafür zu sorgen, dass er seine Kundschaft nicht leichtsinnig in Radarfallen und Geschwindigkeitskontrollen oder gar in einen schweren Unfall hineinschleppt. Da er die Motorradreisestrecke vorab kennen muß, wird er grinsend seine Gruppe an feste Starenkästen natürlich besonders langsam heranführen.

Es hat sich auch bewährt, wenn der Tourguide stets 5 oder 10 km/h langsamer fährt als erlaubt ist, da so die Gruppe auf Motorradreisen sehr leicht kompakt beisammen bleiben kann, es kaum zur Lückenbildung in der Kolonne kommt und je weiter hinten jemand fährt, um so höhere Spitzengeschwindigkeiten fahren kann, ohne dass er dabei das erlaubte Maß auf gemeinsamen Motorradtouren allzu extrem verläßt.

Für den Fall kleiner Pannen und Unfälle nimmt der Tourguide für seine Reisegäste - oder diese natür-lich auch selbst - mindestens folgende Service-Utensilien mit: Reifenflickzeug mit Gaskartuschen, Kettenspray, festes Klebeband, dünnen Blumen-draht, Spanngurte, Verbandskasten u.a. Neben dem Bordwerkzeug ist auch ein Schweizer Taschen-messer nützlich. Natürlich hat er auch alle Notruf-nummern (Pannendienste, Werkstätten, Polizei, Not-arzt usw.) für alle durchreisten Länder der gemein-samen Motorradreisen dabei. Der Tourguide ist auch als Ersthelfer am Unfallort fachkundig, obwohl er dafür sorgen wird, dass "normal" nix passieren kann und wird - aber das weiß ja nur der liebe Gott allein.

Man darf  nie vergessen,  dass eine  Motor-radtour ja ein Urlaub ist und damit zu den schönsten Tagen und Wochen des Jahres gehören muß. Kommt der Gast erschöpft und müde von Motorradreisen nach Hause, dann war er überfordert. Auf längeren Motorradtouren werden also motorradfreie Tage zum Schwimmen (Badesachen nicht vergessen), zu einem Ganztagesausflug mit dem Schiff usw. eingeplant, die erfah-rungsgemäß sehr gerne als willkommene Abwechslung begrüßt werden. Solche komplett motorradfreien Tage machen bei einer 5-tägigen Tour aber noch keinen Sinn. Ein guter Rhythmus ist ab 10 Tage ein freier Tag und ab 15 Tage zwei freie Tage usw., damit sich der Hintern, die Kniekehlen und die Handgelenke auch mal erholen können. An "Schwimm-tagen" müssen wahlfrei aber dennoch Tagestouren ins Umland angeboten werden, so dass zwar die Gäste wählen können, was sie tun möchten, der Tourguide aber eben nicht, denn es finden sich immer Leute, die nur vor dem Frühstück und vor dem Abendessen ins Meer wollen und dann trotzdem "ganz normal" täglich Motorrad fahren möchten, denen also nichts weh tut.

Gefahrenhinweise  gibt der  Tourguide durch  Zeichen unterwegs, am besten durch Heben der linken Hand, sobald überraschend Sand in der Kurve liegt, ein sehr tiefes Schlagloch auf der Geraden klafft usw., damit sich die Gruppe sofort darauf einstellen kann.

Für den Fall kleinerer Krankheiten und Blässuren unterwegs haben sich Imodium gegen Durchfall, neutrale Augentropfen wegen des trockenen Fahrtwindes, Autan und Soventol gegen Mückenstiche, für Kratzwunden ein Wundspray, Schmerztabletten bei Verstauchungen und Labello gegen rauhe Lippen bewährt. Private Arzneimittel nicht vergessen (Herztabletten, Milchzucker-allergie und was es nicht alles so gibt). Notrufsäulen wollen wir ja auf Motorradreisen nun wirklich nur im Notfall benutzen müssen.

Die  Angst  vor  Diebstahl  wird  oft  übertrieben.  Wir  veranstalten schon seit 11 Jahren Motorradreisen und wir hatten noch nie und nirgendwo ein gestohlenes Motorrad oder einen Diebstahl aus dem Hotelzimmer gehabt. Hier gibt es zwei Arten von Vorsorge, nennen wir sie mal Avoidance und Resistance. Da, wann und wo wir sind (Nebenstrecken, Nebensaison, kleine Hotels) treiben sich klassischerweise kaum Diebe herum, da diese im Gewühl von Menschen viel mehr Chancen finden und sich einer Motor-radreisegruppe kaum unbeachtet annähern können, ohne ent-deckt zu werden. Außerdem sehen wir meist kampfkräftig und martialisch aus, was ebenfalls abschreckt. Wir sind auf Motorradurlaub eben keine typische Opfergruppe in typischen Opfersituationen. Soviel zur Avoidance.

Weitgehend diebstahlsicher machen wir die Motorräder durch Parken in der Tief-garage oder auf dem bewachten Hotelhof und durch Zusatzschlösser (z.B. Brems-scheibenschloß). Verläßt man tagsüber bei Motorradreisen die Maschine für eine Besichtigung, dann gibt es spezielle Motor-radparkplätze mit Gratisschließfächern für den Tankrucksack und Helm (z.B. in Meers-burg am Bodensee oder in vielen Frei-lichtmuseen). Man kann auch oft sein Geraffel an der Kasse oder im benach-barten Cafe am Tresen abgeben, in das man nach dem Fußmarsch anschließend einkehren wird. Der Tourguide hat hier natürlich Ideen und Erfahrungen vor Ort, wo und wie man sorglos mit freien Händen losziehen kann, wenn nicht mehr alles in die Motorradkoffer paßt. Auch ein mindestens 1 m langes Stahlseilschloß ist sinnvoll, da man damit durch den Jackenarm und das Kinnstück des Helmes hindurch alles so am Lenker des Motorrades anschließen kann, dass Jacke und Helm dort zu liegen kommen, wo der Tankrucksack war, den man als Rucksack mit in die Sehenswürdigkeit nimmt, wenn es mal gar nicht anders geht. Im übrigen parkt man auf Motorradreisen natürlich sein Motorrad halt immer so, daß man es ständig sehen kann. In Sardinien hat mal ein Mädchen ihren Schlüssel in ihrer R1 achtlos stecken lassen. Als wir nach 90 Minuten zurück kamen, war das Motorrad samt Schlüssel noch da! Glück oder eben keine typische Diebesgegend? Am Nürburgring in der Eifel wäre die Maschine sicher weg gewesen. Logisch. Und in der Altstadt von Hamburg, Marseille oder Neapel natürlich auch.

Auf möglichst jeder Motorradtour kann und sollte zwischendurch auch einmal das Fahrzeug gewechselt werden. Willkom-mene Abwechslung bieten Fähren, Berg-bahnen, Ausflugsboote, Schmalspurbah-nen, Sessellifte usw. Weit laufen lassen darf man seine Motorradreisen-Gäste in ihrer schweren Schutzkleidung aber nicht. Für Besichtigungstouren ist bei Regen auch mal ein Linienbus ratsam oder in zivil ein Sammeltaxi erwünscht.

Im Motorradurlaub sind die Gedanken so mit Erlebnissen und Glück erfüllt, dass Schußligkeit der Reisegäste zum Problem werden kann. In den Dolomiten haben wir einen Rucksack auf dem Paß liegen las-sen, in der Steiermark ein Wimmerl auf einem benachbarten Autodach und jedes-mal war natürlich vom Handy bis zum Geld-beutel, vom Ausweis bis zur Kreditkarte alles weg. Bemerkt wird das meist erst beim nächsten Tanken. Als wir zurück-fuhren, war nichts mehr da und keiner wußte etwas. Auch hier hat man aber oft Glück, denn das Wimmerl wurde bei der Polizei abgegeben und konnte am nächsten Tag abgeholt wer-den. Im Rucksack war die Hoteladresse und der Finder hat sich im Hotel gemeldet, dessen Inhaber mit seinem Motorrad bis zum Abendessen des gleichen Tages die Sachen für seinen Reisegast persönlich beim Finder abgeholt hat, der in einem Nachbarort ebenfalls Motorradurlaub machte. Lästig ist das ganze Szenario aber allemal. Daher sollte der Tour-guide bei der morgendlichen Abfahrt bzw. unterwegs auf allen Motorradtouren stets folgen-des nachkontrollieren: Alle Zimmerschlüssel sind abgegeben? Alle Getränkerechnungen sind bezahlt? Alle Sitzplätze im Cafe und alle Autodächer und Parkplatzböden sind frei von Fundsachen? Hat jeder alles? Sonst hilft er eben suchen, fährt mit dem Opfer zurück und schickt die Reisegruppe gegebenenfalls alleine zum nächsten Treffpunkt, damit diese nicht ebenfalls den Umweg mit zurück fahren muß.

Auf  fast  allen   Motorradtouren   kann   man  in  den Regen kommen. Seine Regenkombi oder wasser-feste Goretexkleidung wird also ohnehin jeder dabei haben samt Überschuhe und Überhandschuhe. Aber der Tourguide muß seine Leute natürlich auch rechtzeitig das ganze Geraffel anziehen lassen, und zwar bevor seine Gruppe schon naß ist. Hier darf er nicht zu lange hoffen, dass er rechtzeigig vor der Regenwolke noch abbiegen kann. Zum Anziehen eignen sich überdachte Omnibushaltestellen, Tank-stellen oder sonstige Vordächer unterwegs, da muß der Tourgude eben seine Augen aufmachen und was finden. Bei dieser Wühlaktion hilft man sich gegenseitig und bespricht gleich auch einver-nehmlich, ob man es weiter wie geplant auf der Landstraße probieren will, etwa weil das ganze nur nach einem kurzen Gewitterschauer aussieht, oder ob alle Lust haben auf kürzestem und schnellstem Weg ins Hotel zu kommen, damit man nicht so lange im Dauerregen leiden und frieren muß, und nicht früher oder später doch noch durch und durch naß wird. Irgendwann läuft das Wasser ja doch über die Stulpen von Handschuhen, Stiefelränder oder über den Hals herein.

Wird nun zügige Fahrt durch den Dauerregen ge-wünscht, dann ist der Tourguide in einer unauflös-baren Klemme, denn er wird jetzt immer kritisiert werden, egal wie gut er es meint und was er jetzt macht. Den einen wird er nun zum verantwortungs-losen Regenraser, "was ist wenn Aquaplaning kommt, ich habe kein Lust deinetwegen zu stürzen, Du spinnst doch". Den anderen wird er zu langsam fahren und muß sich dann anhören "wir hatten doch zügig gesagt, was trödelst Du so rum, halte Dich an unsere Absprachen, ich bin jetzt doch durch und durch naß geworden, Du weißt doch, daß ich keine Griffheizung habe, ich bin ganz steif geworden und habe mir einen Katarrh geholt. Mach nur weiter so". Der arme Tourguide. Wie so oft ist der Grat, den er auf Motorradreisen gehen kann, so dünn, dass er manchmal gar nicht mehr existiert, denn gerade bei Regen sind alle sowieso etwas angefressen. Aber ein guter Tourguide wird das alles weg-stecken und sich schuldlos entschuldigen müssen. So ist das eben. Man kann es nicht allen recht machen und schon gar nicht im Regen. Also, trockene Ersatzhandschuhe nicht ver-gessen, einen warmen Pullover anziehen und ein Stofftuch mitnehmen, um den nassen Sitz nachher wieder aufzuwischen.

Die Regenwahrscheinlichkeit kann etwas gesteuert werden. Norwegen oder Irland etwa bucht man nicht unbedingt gerade im April oder im Oktober, wenn es bestimmt viel regnet. Nach Südspanien fährt man ja auch nicht gerade im August, wenn es dort ganz bestimmt viel zu heiß sein wird. Am besten fährt man im Sommer nach Westen und Norden und im Frühling und Herbst ans Mittelmeer. Das östliche Mittelmeer ist im Frühjahr früher und im Herbst länger trocken und warm als das westliche Becken. Zudem gibt es sogenannte Singularitäten, das sind statistische Auffälligkeiten in den jahrzehntelangen Wetteraufzeichnungen, wonach tatsächlich der Altweibersommer im Oktober mehrheitlich trocken und mild, und die Schafs-kälte gegen Ende Mai wahrscheinlich wirklich naßkalt verregnet ist. Garantien gibt es da natürlich nicht, aber mit etwas Geschick kann man Reisetermine so legen, dass man "wahr-scheinlich" auf Motorradreisen nicht schwitzt, nicht friert und nicht naß wird. Bietet ein Motor-radreiseveranstalter seine Touren zu ganz besonders günstigen Preisen an, dann kann man von Vor- oder Nachsaison und somit von naßkaltem Reisewetter ausgehen. Nix für Motor-radferien also. Logisch, nur wenn Reisegäste fehlen werden die Hotelpreise günstig. Und warum fehlen dann wohl denn die Reisegäste? Eben drum. Sonne im Urlaub wünschen sich alle, nicht nur wir im gemeinsamen Motorradurlaub.

Klassische Abendgarderobe ist auf Motorrad-reisen nicht angebracht. Sparen Sie sich das Gepäck, denn bei uns sind alle gebuchten Hotels typischerweise leger, familiär und ungezwungen. Man kann überall in T-shirt, Jeans und Turnschu-hen oder Mokkasins zum Abendessen kommen und zum Frühstück auch schon bereits in Motor-radsachen. Zum Spazierengehen nach dem Abendessen ist eine dünne, regenfeste Wind-jacke, so wie sie z.B. Fahrradfahrer tragen, oder eine Jeansjacke etc. optimal. Wenn ein teuerer Motorradreiseveranstalter für Sie 5***** plus Luxus Hotels arrangiert hat, dann fühlen wir Naturburschen und -mädchen uns dort ja doch nicht wohl. Was soll das denn, in einer so peinlich steifen und arroganten Snob-Atmosphäre sein: Sektempfang, livrierte Diener fahren uns die Motorräder in die Tiefgarage und bringen uns dann das Gepäck auf's Zimmer? Dann buchen Sie bitte gleich eine Kreuzfahrt, aber keine geführte Motorradreise.

Nicht in allen Hotels gibt es im Badezimmer neben den Handtüchern auch Seifen, Wasch-lösungen, Kämme usw. hübsch verpackt im Körbchen. Hygienesachen also am besten voll-ständig selber mitbringen - und am Abreisetag bitte nicht wieder vergessen.

Auf allen Motorradreisen sollte mindestens einmal Gelegenheit für einen Besuch in einem Supermarkt und unbedingt zum Shopping von Reiseandenken angeboten werden, denn irgendwer braucht immer was. Entweder ist ihm das Bier auf der Sonnenterrasse zu teuer, sein Rasier-schaum, Deo, Zahnpasta oder Zigaretten gehen zur Neige, oder seine Frau läßt ihn das nächste Mal alleine auf Motorradtour nur dann wieder mitfahren, wenn er ihr ein Geschenk mitbringt. Ach ja - und Tante Frieda erwartet noch eine Postkarte von ihrer Nichte Tanja. Ihr Freund Sven muß auch unterschreiben - sonst gibt's von Tante Frieda diesmal nix zu Weihnachten.

Auf jeder Reise ist auch mindestens einmal ein Bankautomat fällig. Irgendwer braucht im Motorradurlaub immer etwas Nachschub an Bargeld oder hat vergessen norwegische Kronen zu tauschen - "Ach Mist, zahlen die dort noch nicht mit Euro?" Nein, eben drum.

Der Tourguide sollte vielleicht immer Motorrad-fahrlehrer und somit fahrerisch ein kompetentes Vorbild sein (Tempo, Bremspunkt, Ideallinie etc.), damit die Gruppe neben Motorradreisen zugleich auch tagelange "Überlandfahrstunden" mitbuchen kann. Am meisten profitiert durch die Beobachtung und Nachahmung des Tourguides der zweite Platz, wenn er versucht immer am Fahrlehrer dran zu bleiben, denn auf diesen Platz in der Reihenfolge der Motorräder steckt man ja den Kunden, der am wenigsten Fahrpraxis hat. Das funktioniert sehr gut. Auch die übrige Gruppe wird mit der Zeit immer "besser" und Abreißer hinter engen Kurven werden immer seltener. Immer wieder wird uns bestätigt, dass das Nachfahren direkt hinter dem Tourguide viel einfacher ist als vorbildlos irgendwo weiter hinten in der Gruppe. Ganz hinten fahren auf Motorradtouren gute und schnelle Fahrer, die nicht verloren gehen und nicht abreißen lassen werden.

Zum Tanken wählt der Tourguide auf allen Motorrad-reisen nur Stationen aus, die natürlich innerhalb der Reichweite des kleinsten Benzintanks in der Reise-gruppe liegen müssen. Jetzt tanken bitte alle. Fahren Sportmaschinen mit, dann sind das eben alle ca. 200 km. Fahren Chopper mit, dann müssen diese eben einen Tankkanister mitnehmen, denn manche Maschinen kommen nur 120 km weit und halten die Gruppe sonst ständig auf. Motorradtouren nur von Tankstelle zu Tankstelle, das ist ja der größte Blödsinn überhaupt, denn der Tourguide hat ja eine besonders einsame und schöne Motorrad-tour geplant, wo man eben gerade nicht dauernd an Tankstellen und in Gewerbegebieten vorbeikommt, wo genug Stationen wären. Sind zu kleine Tanks dabei, dann macht dieser sonst den ganzen Zeit- und Wegeplan der Motorradreise kaputt. Die Gruppe muß und kann sich dabei auf den Tourguide blind verlassen, dass er rechtzeitig tanken wird. Bitte wirklich nur im Notfall den Tourguide überholen und mit dem Zeigefinger auf den Tank zeigen, daß es jetzt knapp wird. Und nicht einfach auf der Autobahn zum Tanken ausfahren, und die Gruppe alleine in den Motorradurlaub sausen lassen. Das alles wird unnötig sein, denn der Tourguide kennt in 3 km sowieso einen Tankstopp nach der nächsten Ausfahrt, wo das Benzin preiswerter ist als auf der Autobahn. Niemals also in gemeinsamen Motorradferien dem Tourguide mißtrauen. Die ganze Panik war unnötig.

Geführte Motorradtouren werden typischerweise nur von Fahrern ganz bestimmter Motorradmarken gebucht. Eine BMW fahren mindestens die Hälfte aller Gäste von Motorradreisen, die zweite Hälfte teilen sich meist Tourer, Sportler und Allrounder von Honda, Yamaha und Triumph. Suzukifahrer und Kawasakifahrer fahren häufig schnelle Sportler und sind bei genüßlicher Fahrweise oft unterfordert und daher lieber alleine unterwegs. Diese Marken sind auf  geführten Motorradreisen somit eher selten. Harleys fahren so gut wie nie mit, denn wer sich eine Harley kauft, stellt sie in die Garage und vor das nächste Eiscafe, um bewundert zu werden, oder fährt allemal auf die Rockerfête seiner Gang mit und hebt arrogant die Nase über uns Bieder-männer und Biederfrauen, aber das ist uns gerade recht und wurst.

Die Streckenwahl für geführte Motorradreisen orientiert sich selbstverständlich an kurvenreichen und verkehrsarmen Landstraßen im Grünen, so dass auf dem Weg allemal nur landestypische Dörfer und kleine Landstädte liegen dürfen. Diese Straßen führen über Mittel- und Hochgebirge, durch Flußtäler und Schluchten, über Pässe hinweg oder an Seen und Meeresküsten entlang, so dass im gemeinsamen Motorradurlaub ständig eine phanta-stische Naturstrecke auf die andere folgt. Um diese Strecken zu planen, müssen Straßen-karten gründlich studiert werden, denn Navigationssysteme liefern leider keine optimalen Ergebnisse. Erst wenn die Strecke steht, kann man sie dann einprogrammieren. Das ist alles gar nicht so einfach, denn gleichzeitig müssen ja alle Sehenswürdigkeiten, Cafes und Hotels räumlich und zeitlich zu dieser Motorradtour passen. Uff.

Der Tourguide fährt am besten nur große Tankstellen mit vielen Tanksäulen an, damit man möglichst parallel statt hinter-einander tanken kann. Am besten tankt man am Vorabend nach 17:00 Uhr kurz vor dem Einchecken ins Hotel, damit man am nächsten Morgen sofort auf Motorradtour gehen kann. In südlichen Ländern mit Siesta tankt man am besten nochmal Mittags kurz vor 12:00 Uhr, damit man am Nachmittag nicht an self-service Stationen mit Tankautomaten verzweifelt, denn diese nehmen oft nicht alle Arten von Kredit- und EC-Karten, und manchmal nicht einmal Bargeld, vor allem in Frankreich. Das ist alles lästig und kann ja vermieden werden. Sobald der Tourguide selbst getankt hat, schiebt er sein Motorrad sofort etwas nach vorne, macht für den nächsten Platz und geht erst dann zum Bezahlen, sonst wartet der nächste viel zu lange, bis der Tourguide im Shop endlich dran kommt, und dann erst Platz machen würde. Da etwa in Österreich, Luxemburg, Slowenien usw. das Tanken billiger ist als etwa in Deutschland, Frankreich oder Italien, wird stets so getankt, daß man nicht unnötig Geld verschwendet. In Frankreich sind die Tankstellen von "SuperU"-Märkten oft bis zu 0,20 € preiswerter. Dafür ist aber mit langen Schlangen zu rechnen.

Sucht  der   Tourguide  für  seine  Motorrad-reisegäste einen Parkplatz, dann sollte dieser so nahe wie möglich am Cafe, am Aussichtsfelsen oder wo auch sonst immer sein, denn weite Wege in der Kluft und am besten auch noch unter der heißen, südlichen Sonne wird kein Reisekunde bereitwillig mitlaufen wollen. Es müssen auch genügend freie Plätze vorhanden sein. Er kann seine Reise-gruppe nicht dort parken lassen, wo er bisher schon immer geparkt hat, wenn diesmal eben nur für 4 von 7 Maschinen Platz ist, sonst zwingt er seine Gäste im Motorradurlaub sich selber umschauen zu müssen, wo sie bleiben, was eine Zumutung ist. Herrscht Platzmangel, dann läßt der Tourguide zuerst seine Gäste parken, und nimmt für sich selbst den schlechtesten Motorradparkplatz, der noch irgendwo so eben übrig bleibt. Andernfalls hört er zu Recht seine Gäste murren "Hauptsache der Tourguide hat einen Parkplatz ..." So, jetzt sind alle versorgt. Wer kommt mit zum Bären-felsen? Manchmal bleibt freiwillig einer da und paßt auf. Wenn nicht, dann macht das der Tourguide, insofern er abkömmlich ist. Kostet der Parkplatz etwas, so wird er gelegentlich seine Kunden einladen müssen, sonst wollen sie den Bärenfelsen nur noch von weitem sehen - und verpassen dann aber etwas. Gratis parken geht mit Motorrädern sehr oft irgendwie, aber leider eben nicht immer. Wenn im Hotel Parkgebühren anfallen, dann muß diese der Motorradreiseveranstalter übernehmen, sonst murrt der Gast zu Recht.

Servicestationen wie Hotels, Restaurants, Cafes etc. sollten immer nette Terrassen im Freien besitzen, denn nur selten wollen Motorradfahrer "drinnen" sitzen, höchstens bei Regen. Unklug ist es auch ein Restau-rant oder Cafe neben der Tankstelle oder den nächsten McDonald zu nehmen, wenn es 3 km weiter ein viel schöneres mit Blick auf's Meer oder wie hier landestypischer Küche gibt, aber das ist eben das Know-How des Tourguides, welches er seinen Gästen auf Motorradreisen verraten wird.

Zur  Mittagpause  wollen  Gäste  nur  selten viel essen,  wenn es im  Motorradurlaub ohnehin Halbpension gibt. Meist wird ein Salat, eine Pasta oder eine Crêpe bevorzugt. Dann wollen die Gäste wieder weiterfahren, denn eine komplette Mittagpause kostet 1,5 bis 2,0 Stunden Zeit, in der man nur herumsitzt und auf's Essen wartet, statt was von Land und Leuten zu sehen. Und dick machen Motorradreisen sonst auch.

Cafepausen sollten sicher alle 90 bis 120 Minuten eingelegt werden. Eine Cafepause dauert 30 bis 45 Minuten. Meistens wird dann Espresso, Cappuccino, Cola oder Wasser bestellt. Coffein treibt bekanntlich den Urin und daher sollten alle während dieser Cafepause auf die Toilette gehen. Es ist nicht schön, wenn unterwegs plötz-lich die halbe Gruppe fehlt und der Tour-guide nur noch 3 Leute bei sich hat, weil irgendwer unterwegs stehen bleibt und dringend mal muß. Jedesmal meint man, da ist was passiert. Und dann nehmen wir Platz, hoch über dem Saleph in der Türkei und genießen die geführte Motorradreise ...

Bezüglich der Hotelwahl haben sich folgende Erfah-rungen bewährt. Am schönsten sind kleine, landes-typische Flairhotels mit Charme im Grünen mit Garten und Terrasse und mit nur wenigen, vielleicht 10 oder 12 Zimmern. Am besten liegt es in einem historischen Kleinstädtchen, einsam direkt am Strand, spektakulär hoch über einer Schlucht, zu Füßen einer Burgruine oder ähnlich romantisch. Darauf muß der Motorradreiseveranstalter unbe-dingt achten. Die meisten Gäste sind dann schon sehr glücklich und vermissen auch keine Sauna mit Beautyzone auf den gemeinsamen Motorradreisen. Graue Hotelpaläste am Hauptbahnhof oder Ferienanlagen mit 670 Bungalos und Supermarkt in der Mitte sind eben-so tabu wie Ferienhotels in Touristenhochburgen, wo man gleich nebenan Plastiktassen made in Vietnam kaufen kann. Auch billige Motels neben der Autobahn ohne Frühstück mit Betten zum selber überziehen, Campinghütten oder Ferienhäuser mit Kochnische zum Selberkochen werden nicht gutgeheißen. Der Gast möchte im Motorradurlaub nicht das tun müssen, was er auch zu Hause täglich macht (Frau?) bzw. schon zu Hause nicht selbst macht (Mann?) - nämlich Haushalt, Einkaufen und Kochen.

Wenn Sie im Internet Motorradreisen zu Dumpingpreisen finden, dann ist natürlich auch das Hotel billig, das Abendmenü Hacksteak mit Pommes und Treffpunkt ist an der Fähre im Industriehafen von Ancona, wohin sie selber und alleine in der falschen Jahreszeit kommen müssen. Sie werden also ganz schön zu leiden haben, egal was der Motorradreiseveranstalter auch immer verspricht, denn wo etwas nichts kostet, kann man auch nichts dafür bekommen. Geld drucken ist ja verboten und etwas verschenken kann auf Dauer ja auch niemand. Liebe Sparfüchse, zieht Euch also warm an und lest Angebote von Motorradreisen genau durch.

High-end-Anbieter wiederum sind viel zu teuer. Mehr als herrlich Motorrad fahren, super Sehenswürdig-keiten ansehen, lecker essen, schön wohnen, tief schlafen und nette Leute treffen werden Sie dort auch nicht. Vielleicht sind die Leute dort sogar alle ganz toll und ganz bestimmt was besseres. Ohmei. Wie immer bietet die goldene Mitte das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter allen Anbietern und wir möchten zu dieser Mitte gehören.

Am liebsten  bucht der  Gast von  Motorrad-reisen Halbpension. So braucht er mittags nicht viel zu essen und muß sich am Abend im Ausland nicht die Speisekarte übersetzen lassen. Außerdem ist Halb-pension preisgünstiger als à la carte zu essen, und alle bekommen ihr Menue gleichzeitig. Es besteht im Regelfall aus drei bis vier Gängen, meist zuzüglich Antipasto zuvor. Die Qualität des Essens hat der Motorradreiseveranstalter vorab zu prüfen, damit es zu keinen Reinfällen kommt. Was es geben soll, überläßt man bei Motor-radreisen am besten dem Koch, als ihm etwas vorzuschreiben. Getränke sollten die Gäste selbst bezahlen, denn der eine trinkt nur Mineralwasser, der andere aber Rotwein oder Bier. Bietet man All-inclusive an, wird eine Saufferei provoziert. Die Qualität des Restaurantes ist im Zweifel wichtiger als die Qualität der Zimmers, denn dort ist man ehrlich gesagt ja sowie-so eigentlich nur mit geschlossenen Augen und bleibt sonst immer gerne bei seiner Gruppe - am liebsten natürlich auf der ruhigen Terrasse ...

Auf landschaftlich reizvollen Strecken unter-wegs müssen bei Motorradreisen unbe-dingt Photopausen eingelegt werden, und zwar dort, wo auch die schönsten Aus-blicke und Panoramen sind. Es gibt immer lange Gesichter, wenn der Tourguide zu hören bekommt, "da vorne wäre es viel schöner gewesen, hier sieht man ja nix als Gebüsch und alles liegt schon grau im Schatten, warum hast Du nicht weiter oben in der Sonne gehalten?" - Recht hat der Gast, denn die schönsten Photostopps muß der Tourguide auswendig wissen und genau dort auch halten. Basta. Zu viele Photo-pausen brauchen es aber nicht zu werden, denn sonst bleiben alle auf den Maschinen sitzen, nur der Tourguide selbst photographiert verlegen weiter und die Gäste wollen endlich mal wieder ein zusammenhängendes Stück durchfahren, statt alle 5 km für 10 Minuten Photos zu machen. Hier muß der Guide eben das Seil tanzen und in den Gesichtern seiner Reisegäste lesen können.

Wenn ein  Begleitfahrzeug  mitfährt,  dann können Sie Ihr Gepäck dort abgeben, Sie werden im Falle einer Panne aufge-lesen und unterwegs kann man Tische und Bänke zum Mittagessen aufbauen. Das hört sich gut an, ist aber ein teuerer Service, da ein Zweitfahrzeug und ein weiterer Fahrer zu finanzieren sind. Das muß der Kunde natürlich alles mitbe-zahlen. Aber was hat er wirklich davon? Zum Treffpunkt müssen Sie Ihr Gepäck doch sowieso auf dem eigenen Motorrad mitnehmen und Ihre Koffer wollen Sie sich doch auch nicht auf der Ladepritsche zerkratzen lassen. Pannen unterwegs sind beim Stand der Technik heutzutage bei Motorradreisen im Lang-streckenbetrieb ja gar nicht mehr so häufig (Harleys ausgenommen) und wenn, dann hilft ja ohnehin die BMW Mobilitätsgarantie, der ADAC-Pannenservice oder das Know-How des Hoteliers weiter. Und unterwegs wollen Sie doch sicher lieber landestypisch einkehren als im Schatten eines staubigen Begleitbusses irgendwo auf einem Parkplatz neben der Straße bei Dosenfutter und Pommes sitzen. Hübsche Idee, aber nicht wirklich gut durchdacht. So besorgt man seinen Freunden einen Arbeitsplatz und spielt selbst den Kioskbetreiber, statt die Gäste in ein landestypisches Restaurant oder Café zu führen. Und bei Pannen hätten Sie doch auch lieber einen richtigen Motorradmechaniker an der Hand als einen Motorradreisen-Veranstalter ohne Ahnung. Eben.

Große Fernreisen  mit dem  Motorrad quer durch die Sahara, auf der Panamericana bis Feuerland oder quer durch Neusee-land oder die USA zu reisen, ist der Traum vieler Biker. Es gibt auch große Anbieter solcher Motorradtouren, die mit Flug, Miet-motorrad oder Motorradversand aber auch entsprechend teuer sind - ja wahnsinnig teuer sogar. Hier sollte man nun aber ganz genau hinschauen. Von meinen Kunden, aus der Presse usw. gebe ich hier weiter, dass derartige Motorradreisen extrem ge-fährlich werden können. In Chile wurde eine ganze Gruppe in der Atacamawüste komplett von einem Truck überrollt, der keinen Platz gemacht hat. Alle fanden den Tod oder wurden schwer verletzt. In Algerien wurde eine Motorradgruppe von Tuaregs in der Sahara entführt und Geld erpreßt. Die Geschichte ging durch die Medien, bis die Bundesregierung das Lösegeld gezahlt hat. Von Neuseeland weiß ich, daß diese Tour oft nicht zustande kommt, weil nur ein einziger gebucht hat. Er durfte dann mutterseelenalleine von Hotel zu Hotel fahren, ohne Englisch zu sprechen. Mit der Harley durch die USA? Kein Problem, aber Heinz hat mir erzählt, daß schon bei der Ankunft am ersten Tag feste Anschiebeteams eingeteilt wurden, da diese Eisendinger nie von selbst ansprangen. Das sind alles keine Ausnahmen, aber ich verzichte hier auf Fortsetzung der Faktensammlung. Bevor Sie also eine teuere Fernreise buchen, informieren sie sich bitte sehr genau, zögern Sie extrem und entscheiden Sie nicht freihändig. Mietmotorräder sind sehr teuer und am liebsten fährt man ja doch auf seiner eigenen Maschine in den Motorrad-urlaub. Ich schreibe dies, obwohl auch wir Flugreisen mit Mietmotorrädern anbieten.

Die Gruppengröße ist bei geführten Motorradreisen das mit Abstand wichtigste Qualitätskriterium überhaupt. Sind Motor-radtouren sehr billig, dann werden so viele Leute buchen, dass Sie mit bis zu 4 Gruppen à 25 Leuten rechnen müssen, wie das gelegentlich z.B. bei einer Fahrschule in Würzburg oder bei einem Mitbewerber auf Platz 1 in Google passiert. Sie können sich denken, wie träge der Haufen dann wird. Verge-wissern Sie sich also, dass nicht nur pro Gruppe, sondern überhaupt auf der ganzen Motorradreise nur 4 bis 7 Motorräder mitfahren. Nur so haben Sie den größten Spaß in Ihren Motor-radferien und nur dann können auch wirklich kleine Flair-Hotels mit Charme geboten werden. Sonst wohnen Sie ja doch notgedrungen in irgendwelchen Bettenburgen mit Lärm-pegel und Großküche, aber nicht so reizvoll wie z.B. hier im Orient. Anders bekommt man so viele Bucher auf Motorradreisen ja auch gar nicht unter ...

Lassen  Sie sich  auch nicht für dumm ver-kaufen, wenn Sie etwa eine Motorradreise Elsass buchen und dann feststellen, dass Ihr Standorthotel im Schwarzwald liegt und Sie mehrmals tagsüber quer durch die langweilige Oberrheinebene jedesmal in die Vogesen hinüber touren müssen, dann ist das keine Elsasstour, sondern ein handfester Grund sich nach einem seriö-seren Anbieter umzuschauen. So etwas passiert aber gerne bei Gelegenheitsver-anstaltern wie Motorradhäusern, Fahrschulen, Tourenfahrerstammtischen, Motorradhotels usw., die ihre Motorradtouren nur nebenher veranstalten, ihr Geld anders verdienen müssen und somit auch nur wenig Zeit und Mühe für eine gute Organisation aufbringen können. Wenn eine Motorradtour Elsass heißt, dann wird bitteschön auch im Elsass geschlafen und dort auch landestypisch lecker gegessen. Ich aber würde meinen kostbaren Motorradurlaub nicht mit leichtfertigen Experimenten solcher Art verschwenden.

Wird die Anzahl von Buchern so groß, dass sich mehr als 7 Motorräder pro Gruppe ergeben, dann muß und kann die Gruppe in Leistungsklassen aufgeteilt werden, also in eine gemütliche und in eine sport-liche Gruppe. Die 34-PS Maschinen kom-men in die gemütliche Gruppe. Beide Gruppen fahren auf Motorradreisen die selbe Strecke, die sportliche Gruppe be-kommt aber Vorsprung, damit sie die ge-mütliche nicht bald einholen und überholen muß. Erfahrungsgemäß sind beide Gruppen am Abend sehr oft dennoch etwa zur gleichen Zeit im Hotel, denn einmal an einer Abzweigung vorbeirasen und umkehren müssen oder einmal eine Pause um 10 Minuten verlängern - schon ist der ganze Vorsprung wieder weg. Aber flottes Fahren hat gerade auf dem Motorrad natürlich etwas sehr reizvolles an sich, wie jeder sicher zugeben wird. Daher können Roller oder 125er Maschinen leider nicht mit auf Motorradtouren genommen werden, ebenso auch keine Cabrios. Was man nicht alles für Nachfragen bekommt ...

Autobahnen sind auf Motorradreisen grundsätzlich tabu. Was soll das für eine Motorradtour sein, wo man 3 Tage Autobahn nach Spanien fährt, dann 1 Woche schwimmen geht oder 1 Tag in Andorra steuerfrei einkaufen kann und dann 3 Tage Auto-bahn wieder nach Hause düst. Das war ein reiner Badeurlaub oder Blödsinn eines Busreiseveranstal-ters mit LKW-Fernfahrer-Flair, der im Sektor Motor-radreisen wildert, aber doch keine schöne Motorrad-tour! Autobahnen werden nur genommen, wenn es mal im Sauwetter keinen Spaß mehr macht und man rasch ins Hotel möchte, oder bei größeren Motorradtouren an den An- und Abreisetagen, um möglichst zügig das allererste Etappenhotel zu erreichen. Dann aber sind konsequent kleine und kurvenreiche Landstraßen dran. Wer gar nicht Autobahn fahren will, kann ja 1 Tag vorausfahren, unterwegs zwischenübernachten und wir treffen uns dann alle eben in diesem ersten Etappenhotel - Sie können dort ja schon mal eine Runde im azur-blauen Meer schwimmen, bis die Motorradreisegruppe kommt ...

Zum Beginn einer Motorradreise wird ein fester Treffpunkt vereinbart, den jeder findet. Bei uns etwa ist das immer der Dallenbergparkplatz in Würzburg, den die ganze Stadt kennt, weil dort das größte Freibad Würzburgs ist, das Fußballstadion liegt sowie die Motorradfahrstunden und Fahrprüfungen dort stattfinden. Wer bei gebuchten Motorradtouren in den Süden aus Norddeutschland kommt oder bei einer gebuchten Motorradreise nach Norden aus Süddeutschland, Österreich oder der Schweiz anreist, der wird in Würzburg zwischenübernachten wollen. Zu diesem Zweck führt der Motorradreiseveranstalter eine Hotelliste für seine Gäste. Wer bei einer Motorradtour in den Süden schon in Süddeutschland, in Österreich oder der Schweiz wohnt, - bzw. umge-kehrt - möchte erst unterwegs dazustoßen, statt den ganzen Umweg nach Würzburg und dann alles wieder zurück zu fahren. Selbstverständlich werden für gemeinsame Motorrad-ferien daher auch weitere Treffpunkte unterwegs eingerichtet und abgesprochen.

Zum Fahrstil des Tourguides hat sich sehr bewährt, daß er so gleichmäßig wie mög-lich fährt, das heißt, daß er vor Kurven nicht oder kaum bremst und auf Geraden nicht oder nicht viel Gas gibt. So hat man (i) Spaß in Kurven, (ii) Zeit um die Landschaft anzuschauen, (iii) auf den Geraden fährt niemand dem Vordermann beinahe drauf und (iv) keiner muß den Vordermann jedesmal wieder einholen. Alles andere ist Quatsch: Trödelt er durch Kurven und dann auch weiter, dann bekommt man als Motorradfahrer auf Motorradreisen das Heulen. Trödelt er durch Kurven und rast dann davon, kann der Tourguide nicht Motorrad fahren und macht auch noch den schwächsten, also den Zweiten in der Gruppe, zum Tourguide und haut selbst ab, bis ihn keiner mehr sieht.  Fährt er schließlich die Kurven schnell und rast er dann auch noch davon, dann soll er gleich alleine fahren, weil er viel zu schnell ist, seine Motorrad-reisegruppe überfordert, Stürze provoziert, die Gruppe auch abhängt und die Gruppenlänge vom ersten bis zum letzten Motorrad locker auf 1 km und mehr streckt, bis schließlich immer mehr Autos dazwischen fahren. Wir sehen, es gibt nur einen Fahrstil, den der Tourguide bei geführten Motorradreisen fahren darf. Auf seinen gemütlichen Geradenstücken kann dann auch ein schwacher Fahrer wieder gut aufschließen und alle sind immer wieder schön eng beisammen.

Die  Reihenfolge  in  der  Gruppe  wird  vom Tourguide vorgegeben. Der schwächste Fahrer ist Zweiter, dann kommen erfahrene Biker, als Schlussmann fährt ein schnelles Big Bike. Man kann die Reihenfolge ja auch jederzeit wieder ändern, wenn's mal kneift. So lange aber herrscht in der Gruppe Über-holverbot. Im Gebirge kann man davon ab-weichen, getrennt fahren lassen und sich dann auf der Paßhöhe wieder treffen.

Mindestens der Schlußmann in der Gruppe trägt am besten eine auffällige Warnweste in flourescent-gelb oder -orange, damit er bei Motorradreisen das Schlußlicht für den nachfolgenden Verkehr bildet und damit der Tourguide auch besser sieht, ob alle da sind. Mindestens der Schlußmann kennt ebenfalls den Weg genau, er hat ein eigenes Navigationsgerät und er über-nimmt im Problemfall die Führung der ver-loren gegangenen hinteren Gruppenteile. Ist der Tourguide gut, verliert er aber auch die hinteren Teile selbst bei größeren Gruppen nie. Gegebenenfalls steht der Schlußmann mit dem Tourguide ständig in Funkkontakt, aber dazu reicht auch ein Handy, da Abreißer ohne Wiedersehen gefälligst gar nicht erst vorkommen dürfen. Im schlimmsten Fall trifft man sich dann halt im nächsten Etappenziel am Gardasee wieder, wie hier an einem Aussichtspunkt  ...

Auf den Geraden fahren alle Bikes im Zick-Zack versetzt neben- bzw. hintereinander. Der Tourguide fährt bei geführten Motor-radreisen auf seinem Fahrstreifen links voraus, also gleichsam auf Position des Fahrersitzes eines Autos, um den Gegen-verkehr wie ein Schneepflug auf dessen rechte Seite zu verweisen, damit Platz entsteht. So schützt er insbesondere den zweiten, also den schwächsten in der Motorradreisegruppe, vor der Nähe des Gegenverkehrs und schafft Raum, wenn es diesen mal etwa aus der Spur trägt - ganz wichtig bei extremen Kurvenstrecken wie zum Beispiel hier in Andalusien ...

In Kurven fahren alle im Gänsemarsch auf der Ideallinie bzw. Sicherheitslinie, also auf der Spur, die der Tourguide bei Motorradreisen vorfährt. Was die Ideallinie ist, wie sie sich begründet und wie man sie fährt, das alles lernen Sie auf unseren Perfektionstrainings (s.d.) - oder hier in Korsika.

Innerorts und im Stau, an roten Ampeln etc. warten alle Bikes parallel in zwei Reihen nebeneinander, bis alle wieder - wie bei einer Ziehharmonika - zur alten Reihenfolge auseinander gezogen werden, sobald die Motorradtour weiter geht.

Trödler wie Sonntagsfahrer, Busse, LKWs, Traktoren usw. werden bitte stets überholt, sobald es geht. Nach dem Überholen dann aber noch ein kurzes Stück zügig weiterfahren, damit Platz entsteht und auch alle, die weiter hinten fahren, wieder gut einscheren können. Sonst müssen sie ja bremsen, weil es vorne nicht weitergeht, bremsen dann aber ja ebenfalls den Bus, LKW etc. aus und riskieren womöglich noch Auffahrun-fälle. Jeder überholt auf eigene Gefahr. Nicht mitziehen lassen. Das gilt ganz besonders im Motorradurlaub auf Kurvenstrecken, wie hier in den Dolomiten.

Ups, wo geht's denn jetzt hin? Dem Tour-guide fällt sicher was Blödes ein. Wenn da irgenwo Fahrräder durchpassen, dann ... Trotzdem fährt jeder in Selbstverantwor-tung nach den Verkehrsregeln (Vorfahrt, Ampeln, Überholen, Sicherheitsabstand, Verkehrsverbote etc.). Wir lassen uns vom Vordermann weder mitziehen ("Sog"), noch überfordern ("Gruppendruck"). Die Gruppe wird sicher warten, bis alle wieder da sind. Langsam, langsam, wir packen das ...

Überall, wo Vorfahrt beachtet werden muß (z.B. bei Rot, Stoppschild) und daher ja auch mehrere Abzweigungen möglich sind, wartet der Tourguide bis alle da sind und sammelt seine Leute. Erst wenn alle da sind, sucht er eine Lücke im Verkehr, die alle schaffen können, sobald es irgendwie geht, und fährt erst dann los. Eine Grünphase sollte reichen, damit alle durch die Ampel kommen, sonst ist die Gruppe nicht schön kompakt geblieben, wie sich das aber insbesondere innerorts unbedingt bei geführten Motorradreisen empfiehlt.

Zerschneidet eine grüne Ampel die Gruppe, indem sie rot wird, bevor alle durch sind, was immer mal passieren kann und wird, dann wartet der Tour-guide unverzüglich an geeigneter Stelle mit den anderen, die es bei grün auch noch geschafft hatten, und beobachtet ununterbrochen die Ampel hinter sich. Sobald es wieder grün wird, fahren alle los und der Rest der Gruppe schließt sich wieder an. Dabei den Motor laufen lassen und ruckzuck, sonst hält dieses Anfahren alle - auch Autos - wieder auf, PKWs können wieder dazwischen kommen und die Gruppe wird dann unnötig zerteilt.

Ist hinter dem Tourguide ein Auto in die Gruppe eingeschert, weil der zweite abreißen ließ und somit die ganze Gruppe den Tourguide nicht mehr gut sehen kann, dann wird der Tourguide immer langsamer, fährt rechts heran, blinkt und winkt das Auto durch. Manchmal ist es besser, wenn ein Auto einmal kontrolliert überholt, als dass zig Motorräder dieses eine Auto überholen müssen, bis wieder keine Autos mehr in der Gruppe sind. Insbesondere in Situationen, die ein Überholen sehr erschweren (viel Gegenverkehr, zu eng etc.), ist dies viel klüger als ewig zu trödeln, bis endlich alle mit dem Über-holen fertig sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Tourguide bald wo versteckt abbiegen muß oder stehen bleiben wird und dies dann womöglich nie-mand gut sehen kann. Sonst biegt er z.B. rechts ab und die Gruppe fährt die Motorradreise geradeaus weiter, oder jemand in der Reisegruppe überholt, während der Tourguide blinkt, bremst und einen Photostopp macht.

Jeder  fährt  nur  so  schnell,  dass er seinen Hinter-mann nicht dauerhaft verliert: Spiegelarbeit. Würde er ihn aber nie je verlieren wollen, dann blieben irgendwann alle stehen, weil niemand mehr Gas geben könnte, ohne dass der Hintermann im Spie-gel dabei ja erst einmal immer kleiner wird. Unsinn. Also Gas geben, Platz machen und schauen, ob der Hintermann folgt. Wenn ja ist es gut, wenn nein, dann ihn wieder herankommen lassen und eben doch nicht so schnell weiter fahren als soeben noch. Das gilt insbesondere für den Tourguide selbst, sobald er natürlich ausprobieren will und ja auch soll, welchen Schnitt die Gruppe denn gerne so fahren möchte. Erst wenn es wo abreißt, ist der Guide schneller als er sein sollte, etwa bei Regen, wenn die Gruppe zu Recht lieber langsamer fährt als bei trockenem Asphalt. Fährt der Tourguide zu langsam, hat er immer alle gut beisammen, lang-weilt sie aber, hält sie auf und provoziert, daß Autos oder sogar Roller die Gruppe überholen. Hier ist also Spürsinn und Erfahrung angesagt, sonst mag niemand mehr mitfahren, wenn Roller schneller sind als Motorräder. Das verletzt unseren Stolz und unsere Ehre zutiefst. So geht das nicht. Und wenn alle schön brav sind, dann gibt es auf den Motorradreisen zusätz-liche Photostopps vom Tourguide, wie hier mit Blick auf den Vierwaldstätter See (Schweiz).

Nie abreißen lassen und immer bei der Gruppe bleiben, sonst kann es passieren, dass jemand nicht mehr mitbekommt, wohin die Gruppenspitze abgebogen ist. Tritt dieser Fall ein, dann nicht auf Verdacht irgendwohin abbiegen, sondern immer nur geradeaus fahren, so wie in einer Fahrprüfung ja auch, solange der Prüfer nichts anderes sagt. Dabei auch immer auf der Hauptstraße bleiben. Biegt der Tourguide nämlich wo ab, wie hier in diese hübsche Straße mit Photopause, ist er verpflichtet zuvor zu zögern oder sogar zu warten, bis alle wieder aufge-schlossen haben. Nach jedem Abbiegen checkt er ab, ob er auch den Schlußmann der Gruppe noch sieht und ob auch dieser das Abbiegen mitbekom-men hat. Am besten zählt er bei jedem Abbiegen auch die Gruppe im Seitenspiegel durch, ob die Anzahl noch stimmt -  und bei jeder Pause auch. Die Weiterfahrt kündigt er am besten durch Hupen an, erst dann macht er sich fertig, fährt ein kurzes Stück und schaut zu, bis alle dieses kurze Teststück ebenfalls losfahren. Sonst reißt die Gruppe schon von Anfang an ab. Irgendwer kämpft ja immer mit seinen Handschuhen und mit seinem Anlasser. Nie können alle genau in der Sekunde losfahren, in der auch der Tourguide startet und weiter will. Rücksicht nehmen, warten und Solidarität üben! Auf Motorradreisen sind wir eine große Familie von Freunden.

Geht  wer  aus  der  Gruppe verloren,  dann immer stehen bleiben und warten, bis der Tourguide zurückkommt und so ja alle seine Leute ganz sicher und zügig wieder finden wird, denn er weiß ja am besten, woher er kommt und wo alle vorher noch beisammen waren. Niemand darf sich dieser Suche entziehen, indem er sich neben der Straße versteckt oder selbst herumzusuchen beginnt und die bisher ja gemeinsame und bekannte Straße verläßt. Meistens ist dann halt das Visier locker geworden, der Topcasedeckel ist aufgegangen, ein Koffer ist davongeflogen oder eine menschliche Blase war zu voll. Fehlt auf Motorradreisen mal der Gruppenrest, bedeutet das also noch lange keinen Unfall oder Sturz, sondern meist nur einen unvorhersehbaren kleinen Zwischenfall. Ruhe bewahren. Fehlt wer, dann zurückfahren. Der Verlorene muß warten und sich wieder aufsammeln lassen.

Schon mehrere  Kilometer vor Autobahnausfahrten hört der Tourguide auf zu überholen, nimmt die rechte Spur ein, wird immer langsamer, bis alle Teilnehmer der Motorradreise da sind, und erst dann darf die Ausfahrt kommen. Macht er das alles zu knapp, dann kann passieren, dass ein anderer gerade einen LKW auf der Überholspur überholt oder noch längst nicht wieder in der Nähe ist, während der Gruppenkopf soeben ausfährt. Jetzt ist wirklich wer verloren gegangen, den man nicht mehr gut wiederfinden wird, denn fehlt die Gruppe, dann wird ja immer geradeaus weiter gefahren, bis man sie wieder einholt. Nun hat der Tourguide einen großen Fehler gemacht, der nicht passieren darf. Den kleineren Fehler hat aber auch der Gast gemacht, denn gerade auf Autobahnen läßt man bitte nicht abreißen. Hier ist es ja am allerleichte-sten Anschluß zu halten und wenn nötig mit viel Speed jederzeit wieder aufzuschließen, denn Vorfahrt beachten entfällt und Gegenverkehr gibt es ja auch keinen.

Querulanten unter den Reisegästen können ganze Motorradreisen sprengen und Kunden für immer verprellen. Daher führen große Motorradreisever-anstalter schwarze Listen, um Sie vor diesen Zeitgenossen zu schützen. Besser ist das, wenn solche Leute ihren Motorradurlaub dann eben wieder einsam und alleine verbringen müssen. So sind Sie also nur zusammen mit netten Leuten auf Motorradtour. Es geht schließlich um Ihre Motorrad-ferien. Basta. Schade eigentlich ...

Es bleibt nicht aus, dass sich Motorradfahrer auf Motorradreisen gelegentlich im Halstuch, unter dem Helm oder im Brustraum unter der Jacke Wespen und Bienen einfangen und dann auch prompt gestochen werden. Wenn man nun den Stich sofort mit einer Temperatur von mindestens 60° C be-handelt, dann koagulieren die Lipoproteide des Stachelgiftes innerhalb von wenigen Sekunden. Das denaturierte Wespengift löst dann keinerlei Symp-tome mehr aus, keine Schmerzen, keine Entzün-dung, keine Schwellung, keine Rötung, keine Allergie und keinen anaphylaktischen Schock. Hautflügler sind ja wechselwarm. Die notwendigen 60°C bekommt man auf die Stichstelle, indem man sofort innerhalb von einer Minute nach dem frischen Stich, also noch bevor es in allzu tiefe Epidermisschichten der Oberhaut diffundieren kann, eine 2-Cent Münze auf den Stich legt und diese Münze mit der Glut einer Zigarette so lange erhitzt, bis der Schmerz ab-klingt. Mehrmals wiederholen. Verbrennungen aber natürlich vermeiden. Das klappt so gut, dass inzwischen batteriebetriebene Kleingeräte im Handel sind, welche die halbe Größe einer Computer-Maus haben, die eine kleine, heizbare Metallplatte zu diesem Zweck be-sitzen. Toll, was es so alles gibt ...

Auf Motorradtouren ist die Auswahl besuchter kultureller Sehenswürdigkeiten mit Fingerspitzen-gefühl zu treffen, denn der Charakter von Motorrad-reisen darf nicht zu sehr durch den Charakter einer Studienreise per Omnibus à la "Studiosus" oder "Rotel Tours" überdeckt werden. Bildergalerien, Museen und Ausstellungen sind sicher nicht recht geeignet. Erstens ermüden sie zu rasch, zweitens sind sie nicht im Freien und drittens liegen sie zumeist in Großstädten, die man im Motorradurlaub ja meiden wollen wird. Sehr gerne besucht werden aber alte Bergwerke, Burgen, Schlösser, Rittertour-niere, Tempel, historische Altstädte, Kaiserpfalzen, Dome, Klöster, Ausgrabungsstätten, Museums-dörfer usw. Kurzum, alle Arten von Sehenswürdig-keiten, die an der frischen Luft im Freien liegen. Der Tourguide übernimmt selbst die Führung, überfüttert aber die Gruppe nicht mit Details, sondern zeigt und erklärt nur das bedeutendste. Er kennt auch gute Wochentage und Öffnungszeiten ohne Gedränge.

Der Besuch landschaftlicher Sehenswürdigkeiten ist uneingeschränkt beliebt und wird hier auch für geführte Motorradreisen ganz besonders dringend angeraten, denn Kalkhöhlen, Schluchten, Schau-felsen, Tuffsteinkegel, Vulkankrater, Inseln, Kaps, Lagunen, Strände, Aussichtsfelsen, Atolle, Glet-scher, Seen, Küsten, Pässe, Flußschleifen, Berg-stöcke, Palmenoasen, Schleusen, Thermalquel-len usw. sind allesamt im Freien, können unter-wegs leicht als Photo- bzw. Badestopps eingebaut und mit Cafépausen kombiniert werden. Sie entsprechen ja einfach auch dem Naturell eines Bikers sicher am besten. Vielfach sind sie zudem traumhaft schön, einzigartig und - sehr wichtig - recht zügig zu besichtigen, ohne die Gruppe zu ermüden. Der Tourguide übernimmt die Führung vor Ort selbst und weist nur auf die wichtigsten geologischen und mineralogischen Fakten hin. Er führt die Gruppe gezielt zu den schönsten Partien und hat für alles genügend Ruhe und Muße eingeplant. Um lange Fußwege zu vermeiden parkt die Motorradgruppe so nahe dran wie es nur irgendwie geht. In der Kluft will niemand weit laufen und keiner verläßt gerne seine Maschine so weit, dass er sie nicht mehr sehen kann.

Zum Saisonauftakt ohnehin und insbeson-dere aber vor größeren Motorradreisen ist ein Motorrad-Fahrsicherheitstraining sehr dringend ratsam. Vielfach sind nämlich ungeübte Wenigfahrer, die sich für größere Motorradtouren anmelden, möglicherweise fahrerisch rasch überfordert. Wir liegen ja nicht faul in der Sonne, sondern sind wie Drachenflieger, Fallschirmspringer oder Skifahrer auch ja ständig konditionell bean-sprucht und bei jedem Wetter und bei jeder Temperatur fast ganztägig in seinen Motor-radferien im Freien. Ein Büromensch, der mit dem Auto in die Arbeit fährt, sitzt ja fast immer "drin" - im Motorradurlaub aber sitzt er auf seiner Maschine und ist ständig draußen. Das sind alles Anforderungen, die ermüden können und es notwendig machen, dass das Motorradfahren routi-niert "von selbst" und im "Flow" gehen muß. Sonst wird aus Spaß Stress und aus Stress Gefahr. Für alle unsere Kunden von geführten Motorradreisen sind deswegen unsere Fahrsicherheitstrainings gratis. Für alle Bucher unserer Fahrsicherheitstrainings wird der Preis voll auf den Reisepreis angerechnet, wenn er sich erst nach dem Training zu einer Motorradtour mit uns entschließt. Das gilt nicht für unsere speziellen Perfektionstrainings und nicht für unsere Individual-trainings.

Diese Liste wird ständig ergänzt.

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